STANDARD VS. CUSTOMIZED

Was haben die Beschleunigung konsumorientierter Entwicklungen mit dem Produktlebenszyklus in der Investitionsgüterindustrie gemein? «Auf den ersten Blick gibt es keine Verbindung zwischen beiden Prozessen», sagt denn auch Markus Arnold, früherer CEO bei ANTRIMON Motion. Bei genauer Betrachtung lässt sich jedoch folgendes feststellen: «Entwicklungen, die sich zuerst im Konsumbereich durchsetzen, beispielsweise Touchscreen, User Interface oder die Anwendung von Standards für Funkverbindungen, schaffen entsprechende Bedürfnisse in der Investitionsgüterindustrie und innovativen Branchen wie der Medizintechnik, Apparatebau, Maschinenbau oder dem Fahrzeugbau.»

Diese Beobachtung unterstreicht Markus Arnold mit einem Beispiel. Hersteller von medizinischen Geräten und Systemen können es sich heute nicht mehr leisten, verfügbare neue mechatronische Möglichkeiten und Konzepte in der Schublade zu belassen, um diese später zu verwerten. Verantwortlich dafür ist der grosse Wettbewerbsdruck, der zu Innovationszyklen zwingt. Alleinstellungsmerkmale (USP) zur Differenzierung gegenüber den Mitbewerbern müssen daher kurzfristig in die neue Produktserie einfliessen.

Dazu Markus Arnold: «Immer kürzer werdende Produktlebenszyklen verlangen höchste Flexibilität, optimierte Produktionsmittel und eine schnelle Reaktion auf Anforderungen des Marktes.» Entscheidungsträger stünden daher häufig vor der Frage: Standardlösung oder kunden- beziehungsweise applikationsspezifische Entwicklung?"

Grundsatzentscheidung
Mitunter genügt eine Standardlösung, weil Komponenten beispielsweise günstig hinzugekauft und mit wenig Aufwand adaptiert werden können oder sogar schon pfannenfertige Lösungen verfügbar sind. Generell gilt für Standardlösungen:

  • Funktionaler Overhead, nicht benötigte aber vorhandene Funktionalität muss bezahlt werden
  • Engineering-Aufwand bei der Adaptierung, Schnittstellenkosten
  • Mechanische und elektrische Daten stellen Kompromisse dar

Wann ist aber eine kunden- beziehungsweise applikationsspezifische Entwicklung sinnvoll? Vereinfacht gesagt, wenn oben genannte Aspekte so nicht gegeben sind. Die entsprechende Checkliste für die Fallanalyse lautet hier:

  • Kosten (Wie hoch sind die Gesamtkosten von der Machbarkeitsstudie bis zur Serie?)
  • Baugrösse (Ist genügend Einbauraum vorhanden, um eine Off-The-Shelf Lösung zu verwenden?)
  • Funktionalität (Werden die Anforderungen erfüllt, ist der funktionale Overhead akzeptabel?)
  • Performance (Wie stark ist die Standardlösung im Hinblick auf die Leistungsdaten überdimensioniert?)
  • Stückzahl (Bei welcher Stückzahl wird der Break-/Even-Point erreicht? Entwicklung versus Off-The-Shelf)
  • Ist die Entscheidung zu Gunsten einer applikationsspezifischen Entwicklung gefallen, stellt sich die Frage nach den verfügbaren Ressourcen und dem geforderten Zeitplan für den Markeintritt. Outsourcing ist oft die optimale Lösung, wenn entweder die In-House-Ressourcen kurzfristig nicht verfügbar sind, oder das spezielle Know-how fehlt.

 

Partner für den gesamten Product Life Cycle
«Wir setzen mit dem Bereich Motion genau an diesem Punkt an», so Markus Arnold und ergänzt: «Durch langjähriges Know-how sowie hochkompetente Ingenieure sind wir der Spezialist für Innovationen in den Bereichen Mechatronik und Antriebstechnik. Innerhalb unserer Holdingstruktur bieten wir zahlreiche zusätzliche Dienstleistungen wie EMS-Services, Montagen, Kabelkonfektionen, Baugruppenfertigung bis hin zur Auslieferung von Komplettsystemen an.» Als Kriterien für die Wahl des richtigen Projektpartners nennt er:

  • Kompetenter und leistungsfähiger Partner für den gesamten Produktlebenszyklus
  • Breite Erfahrung in der Entwicklung mechatronischer Systeme
  • Räumliche Nähe und kurze Kommunikationswege

 

Entscheidende Fragen für passende Systemlösung
Entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung einer applikationsspezifischen Lösung sind Faktoren, die den Entwicklungspartner für das Projekt qualifizieren. Dazu sollten folgende Fragen geklärt werden:

  • Hat der Entwicklungspartner das notwendige Know-how, das in einer Vielzahl von Projekten verifiziert wurde und einen entsprechend modularen Baukasten, der für eine effektive Umsetzung herangezogen und angepasst werden kann?
  • Bietet dieser Partner eine Durchgängigkeit von der Machbarkeitsstudie bis zum Serienprodukt?
  • Kann er kurzfristig eine Lösung auf der Basis von Standardkomponenten liefern und parallel dazu ein applikationsspezifisches Konzept umsetzen?
  •  Ist er in der Lage, das Projekt im gesamten PLC (Product Life Cycle) zu begleiten?
  • Kann der Partner über die Entwicklungsphase hinaus die Produktion übernehmen beziehungsweise koordinieren? In diesem Fall gibt es nur einen Ansprechpartner. Das reduziert die Gesamtkosten
  • Hat der Kooperationspartner entsprechende Prozesse und Strukturen, um Allokation-Probleme und Bauteileabkündigungen effektiv zu handhaben?
  • Erfolgen die Entwicklung sowie die komplette Produktionsphase nach gängigen und geforderten Normen und Standards?Hat der Entwicklungspartner einen Entwicklungsprozess nach V-Modell?

 

Schlussbetrachtung
Spricht eine differenzierte Analyse für eine applikationsspezifische Entwicklung, sollte dieser Kooperationspartner die mechatronischen Elemente Mechanik, Elektronik und Informatik (Software) kombinieren. Voraussetzung für eine erfolgreiche kunden- beziehungsweise applikationsspezifische Entwicklung und anschliessende Produktion ist eine gemeinsame Erstellung der Feinspezifikation auf Basis der vorgegebenen Anforderungen für alle Phasen des Produktlebenszyklus: Konzeption, Entwicklung, Produktion, eventuell Redesigns und Updates.

IHR KONTAKT

Jürgen Noack

THE ANTRIMON GROUP TURNS MECHATRONICS INTO SUCCESS

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