Dialog und Empathie sind entscheidend

Ein elektrischer Türöffner ist an und für sich nichts Besonderes. Integriert er jedoch eine Bluetooth-Anbindung und eine mechanische Zuhaltung, ist er einzigartig und damit ein Paradebeispiel für mechatronisches Engineering. Welche Disziplinen bei der Entwicklung und Produktion des smartdoor TURNs ineinandergreifen, beschreibt eine vierteilige Serie. Im Fokus des ersten Teils: die Produktentwicklung und das Industrie Design.

Eine Tür hält Kälte, Schmutz und ungebetene Gäste draussen. In diesem Falle ist sie eine prima Sache. Doch wie sieht es aus, wenn der Hausbesitzer vor ihr steht und dessen Hände mit dem zentnerschweren Wochenendeinkauf beladen sind? Da wäre es doch toll, wenn sich diese von ganz allein öffnete! Türautomaten machen genau dies. Allerdings sind die verfügbaren Lösungen unflexibel, sperrig, teuer und dumm, denn sie unterscheiden nicht, ob nun ein Schwerverbrecher, ein Landstreicher oder der rechtmässige Mieter Einlass begehrt. Auf diesen Erkenntnissen entwickelten die Ingenieure der ANTRIMON Group AG für die Gotthard 3 Mechatronic Solutions AG den smartdoor TURN. Dieser identifiziert Zugangsberechtigte über Bluetooth Smart und öffnet die Tür ohne zusätzliche Sensorik sicher im Low-Energy-Betriebsmodus. Und weil das den Entwicklern des in Muri ansässigen Unternehmens als Alleinstellungsmerkmal nicht genügte, realisierten sie eine weitere Idee. Der intelligente Türautomat basiert als weltweit einzige Lösung auf einem mechanischen Schliessmoment. Bei anderen Anbietern erfolgt dieses elektrisch, wodurch eine permanente Spannung anliegt. Beim smartdoor TURN ersetzt hingegen eine ins Getriebe integrierte Feder den Strom und ermöglicht so ganz nebenbei eine kompaktere Bauweise. Im Vergleich zu anderen Türautomaten ist er damit um knapp 30 Prozent schmaler und kommt so auf das Mass rein mechanischer Schliesssysteme. Seine identische Montageplatte auf der Rückseite sorgt dafür, dass diese denn auch problemlos mit dieser Innovation nachgerüstet werden können.

Anwendbarkeit garantiert Produkterfolg
Identisches Lochmuster auf der Rückseite, eine ins Getriebe integrierte Feder und die Kommunikation über Bluetooth Smart, damit ist der smartdoor TURN das klassische Beispiel für interdisziplinäres, mechatronisches Engineering. Und auf was kommt es bei diesem an? Ein guter Produktentwickler denkt sich in die Problemstellung seines Kunden hinein, wobei die Empathie entscheidend ist: Nur wer mitfühlt und reflektiert, was den Kunden bewegt, findet gemeinsam mit ihm eine erfolgreiche Lösung. Ein schlüssiges Ergebnis findet sich aber nicht nur im Dialog mit dem Auftraggeber, sondern auch im Austausch mit anderen Disziplinen. Eine ganz wichtige ist dabei zu Beginn einer Entwicklung die Design-Abteilung. Bei ANTRIMON sitzt diese in Schönenwerd und achtet unter anderem darauf, dass ein Produkt ökonomisch ist, zuverlässig funktioniert und sich intuitiv bedienen lässt. Ihr Credo hierbei: Ein gut gestaltetes Produkt folgt immer den Benutzerbedürfnissen! Dass es sich hierbei keineswegs um eine Marketingphrase handelt, bestätigten verschiedene Design-Awards, die in den vergangenen Jahren gewonnen wurden. Zudem ist einer der Mitarbeiter Juror beim internationalen iF-Design-Award. Und weil für ihn das Benutzerbedürfnis an erster Stelle steht, interveniert er gegebenenfalls bei seinen Kollegen: «Was einem Entwickler logisch erscheint, muss nicht unbedingt einer anderen Person logisch erscheinen, die ein Produkt erstmals in die Hand nimmt.» Daher empfiehlt er zumindest bei Gebrauchsgütern in der Analysephase künftige Anwender verschiedener Altersklassen und mit verschiedenem Bildungshintergrund mit einzubeziehen und so die Anwendbarkeit des Produkts zu garantieren.

Nähe schafft Vertrauen
Die eigentlichen Innovationen des smartdoor TURN, die Bluetooth-Smart-Anbindung und die ins Getriebe integrierte Feder, bleiben den meisten Anwendern verborgen. Ein Aluminiumgehäuse vermittelt diese eine hohe Wertigkeit und Robustheit und erlaubt es erst noch, den automatischen Türöffner fast überall zu integrieren, ohne dass sich die Farben stossen. Dass das Aussehen und die Haptik entscheidende Parameter für die Akzeptanz eines Produktes sind, zeigt sich an einem einfachen Beispiel: Ein medizinisches Gerät für 20 000 Franken lässt sich nicht einfach in ein massentaugliches Kunststoffgehäuse packen. Der Arzt muss diese Wertigkeit anhand der Haptik des Geräts und dessen Gewicht spüren. Daher ist gerade in der Entwicklungsphase die räumliche Nähe unabdingbar. Da es keine Zeitverschiebung gibt, lässt sich nicht nur schnell Rücksprache halten, sondern es lassen sich auch Korrekturen sofort umsetzen. Ausserdem schafft diese Nähe Vertrauen. Und dieses ist unabdingbar, um beispielsweise einen Prototyp auch einmal mitnehmen und mit den Kollegen im eigenen Unternehmen an diesem weiterarbeiten zu können. Dabei wird beispielsweise geklärt, inwieweit das Produkt modularisiert werden soll, um später einmal das Änderungsmanagement so gering wie möglich zu halten.

Modularisierung zentrales Thema
Bei der Entwicklung des smartdoor TURNs war die Modularisierung ebenfalls zentrales Thema. Diese konzentrierte sich darauf, weitere Funktionen, wie zum Beispiel eine IoT-Anbindung, zu integrieren.

Der modulare Aufbau geht im engen Dialog mit den Produktdesignern einher. Deren Aufgabe ist unter anderem die Gewährleistung eines einfachen Austausches der verbauten Komponenten. Dies bedingt sauber definierte Schnittstellen. Die Baugruppen lassen sich im Falle des smartdoor TURNs zwar nicht recyceln, aber die Fähigkeit zum leichten Wechsel defekter Baugruppen verlängert das Produktleben und erhöht damit die Kundenzufriedenheit.

Übrigens ist die Entwicklung des smartdoor TURN nicht abgeschlossen – selbst wenn die Serienfertigung angelaufen ist. Die Integration der Anwendungserfahrung soll dabei helfen, das Produkt weiter zu verbessern und neue Applikationen zu erschliessen. 

Ihr Kontakt

Jürgen Noack

THE ANTRIMON GROUP TURNS MECHATRONICS INTO SUCCESS

Wir bringen unsere Kunden vorwärts und verhelfen ihnen zum Erfolg. Daher unser Slogan: moving forward